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Diskriminierung – Staat schützt Rassisten

Eine traurige, aber wahrscheinlich oft vorkommende Gegebenheit für Menschen anderer bzw. Nicht-weisser Hautfarbe hat mich bewogen diesen Bericht zu schreiben. Insbesondere wenn Kinder die Geschädigten sind.

Ein überaus aufgestelltes, fröhliches und intelligentes 8-jähriges Mädchen afrikanischer Herkunft wurde und wird von gewissen Mitschülern als „Scheisse“ bezeichnet. Das Wort „Scheisse“ ist natürlich nicht bezogen auf ihren Charakter sondern auf das rein äusserliche Merkmal der schwarzen Hautfarbe.

Traurig und weinend schildert sie ihrer Mutter die wiederkehrenden verletzenden Erlebnisse ohne die echten Gründe dafür zu verstehen. Für ein 8-Jähriges friedliebendes Mädchen müssen sich derartige Beleidigungen wie ein Stich ins Herz anfühlen. Ungeachtet wie oft die Beleidigung vorkommt, ist es bestimmt nicht förderlich bzw. sogar hinderlich um motiviert lernen zu können. Wie kann es auch, wenn am Morgen beim Aufwachen bereits der Gedanke daran, heute wieder als „Scheisse“ bezeichnet zu werden, die ganze Motivation raubt.

Natürlich liegt in erster Linie die Verantwortung bei den Eltern ihre Kinder entsprechend aufzuklären, dass man Menschen anderer Hautfarbe nicht mit „Scheisse“ betitelt. Ebenfalls müssen Lehrer aktiv werden, mit den Eltern darüber sprechen und Kinder entsprechend anweisen, solche Beleidigungen zu unterlassen.

  1. Ist es möglich für dieses Kind, solche einschneidende Negativ-Erlebnisse gar nicht erst geschehen zu lassen? Ja.
  2. Hat die Schulpflicht bzw. die scheinkostenlose Volksschule in dem Falle auch Schuld daran? Ja.
  3. Können Gesetze solche Vorkommnisse verhindern? Nein.

Die Antworten möchte ich auf Basis einer libertären, privatrechtsgesellschaftlichen Perspektive erläutern und damit aufzeigen, dass es ohne Schulpflicht, somit ohne staatsfinanzierte Schulen und nur durch freie Schulwahl eine qualitative Vielfalt geben wird; und nur OHNE Anti-Diskriminierungsgesetze rassistische Übergriffe verhindert werden können.

Führt man Diskussionen mit überzeugten Staatsbürgern und Verfechtern von Steuern, welche sich aus moralischen und sozialen Beweggründen zwanghaft enteignen lassen, stösst man vielfach an eine Wand des Irrationalen.
Anstatt ernsthaft an Lösungen für gesellschaftliche Probleme interessiert zu sein, wird der Staat als den einzigen Wohltäter gehorsam verteidigt.

Die Etatisten scheinen immun zu sein gegen Vernunft und Logik.

Bevor man überhaupt libertäre Lösungen mit Argumenten darlegen kann, werden sie als unumsetzbar zurückgewiesen. Diese Art von irrationaler Verteidigung einer Sache, kennt man eigentlich nur von Gläubigen. Glaube ist irrational, darum kann man gläubigen Menschen nicht mit Vernunft und Logik begegnen. Der Unterschied zum Staats-Gläubigen ist, dass der religiöse Gläubige auch tatsächlich eingesteht, dass er Gott verteidigt; vor allem gegen Vernunft und Logik. In diesem Sinne ist der religiöse Gläubige konsequenter und ehrlicher als der Staatsgläubige. Der Etatist verteidigt seinen Gott (Staat) aber genau so irrational. Wirft man diesen Menschen dann „Staatsgläubigkeit“ vor, wird es vehement abgestritten.
Im Endeffekt stellt man fest:

Die Diskussion mit Etatisten wird immer auf einer irrationalen statt auf einer logischen Ebene geführt. Nicht die Logik zählt, sondern die blinde Verteidigung ihres Gottes namens Staat.

Die Spitze des Eisberges (oder auch das Resultat jahrzehntelanger staatlicher Gehirnwäsche in Form von Schulen, Politiker und Medien) ist dann die völlige Umkehrung der Realität in eine Welt voller Illusionen. Als Etatist nicht mehr in der Lage die Realität zu erkennen, wird die Logik und Vernunft dermassen ad absurdum geführt, dass man als Libertärer plötzlich in einer „anderen Welt“ zu leben scheint und der Gläubige mitten in der Realität. Den tiefen Glauben an den Staat als Heilsbringen, kann man nicht einmal mehr mit folgender Feststellung die der Realität entsprechen, zumindest ins Wanken bringen:

Wenn man vom Staat gezwungen wird, seine Waffen zu tragen (in etwa Wehrpflicht) und auf Befehl Männer, Frauen, Kinder und Babies erschiessen muss, scheint das für Etatisten weniger Probleme darzustellen als wenn man als verantwortungsvoller Bürger zur Verteidigung und Notwehr eine Waffe freiwillig besitzt.

Wie soll man diese Haltung fern jeglicher Vernunft nennen?

Das viele Probleme unserer Zeit staatlichen Ursprungs sind und deshalb echte Lösungen NICHT vom Staat angeboten bzw. aufgezwungen werden können und Gesetze die sozialen Konflikte VER- anstatt ENTschärfen, möchte ich eine libertäre Alternative zum Thema „Diskriminierung“ aufzeigen.

Gemäss schweizerischen Bundesverfassung heisst es:
Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.

Etatistische Lösung zur Bekämpfung der Diskriminierung:
Jede Art von Diskriminierung muss per Gesetz unter Strafe gestellt werden. Somit können gesetzestreue Bürger nicht mehr diskriminieren und diese wird verschwinden.

Fakt ist: Diskriminierung ist zwar verboten; verschwunden ist sie nicht und geholfen wurde Opfern von diskriminierendem Verhalten keineswegs. Sogar potenzielle Opfer von Diskriminierungen werden nicht geschützt, sondern hilflos gemacht.

Libertäre Lösung:
Wenn Diskriminierung nicht mehr durch ein Gewaltmonopol bestraft wird sondern durch eine freie Gesellschaft, werden sich die Diskriminierer selbst aus der freien Gesellschaft ausschliessen bzw. werden ausgeschlossen. Durch Anti-Diskriminierungs-Gesetze wird die Diskriminierung nicht verschwinden, sondern verschleiert.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Vor dem Eingang steht ein Türsteher der die Leute mustert und selektiv hereinlässt oder den Zugang verweigert. Der Besitzer der Location hat den Türsteher angewiesen, keine Menschen offensichtlich fremder Herkunft hereinzulassen. Grund: er möchte ein homogenes Publikum und auch seine Gäste wünschen es.
Nichtsahnend wollen Sie nun genau diesen Club besuchen. Und tatsächlich verweigert der Türsteher Ihnen den Zutritt; Begründung: unpassende Herkunft.

Ungeachtet welcher Herkunft Sie sind, hat der Türsteher sie offenkundig aufgrund äusserlichen Merkmalen (Rasse; z.B. Hautfarbe) abgewiesen.
Da man nicht gezwungen ist, diesen Club zu besuchen, wird man einen anderen Club aufsuchen in welchem man willkommen ist. Dies kann ein Club sein mit vorwiegend Menschen ähnlicher Herkunft oder auch einer mit einer Vielzahl von Menschen verschiedenster Herkunft.

Die Vielfältigkeit der Clubs und Locations reicht von homogen bis völlig durchmischt. Freiwillig wählen z.B. Homosexuelle einen Ort aus mit vorwiegend gleicher sexueller Ausrichtung; wie Heterosexuelle vorwiegend Clubs mit heterosexuellen Gästen vorziehen. Ebenso gibt es Clubs da werden vielleicht keine Homo-Paare bzw. keine Hetero-Paare reingelassen. Nicht zuletzt und in der Praxis mehrheitlich vorkommend, gibt es Orte an welchen die sexuelle Ausrichtung der Gäste völlig egal ist. Das Gleiche gilt für Orte an welchem sich freiwillig homogene Gesellschaften befinden in Bezug auf Herkunft, Rasse und Religion.

Spannend an diesem Sachverhalt der als absolut normal und gut empfunden wird, ist folgende Feststellung:
obwohl es Anti-Diskriminierungsgesetze gibt, existieren solche homogene bzw. getrennte Orte. Und diese gibt es nicht damit man Menschen diskriminieren kann, sondern weil die Nachfrage der Menschen nach homogenen Orten vorhanden ist.
Es besteht kein Annahmezwang, alle können frei wählen und sind zufrieden.

Welche Gefahr kann bestehen aufgrund bestehenden Anti-Diskriminierungsgesetzen?
Nochmals zurück zur praxisbezogenen Situation mit dem Türsteher.
Durch Anti-Diskriminierungsgesetze bzw. dessen Strafe bei Verletzung dergleichen, kann der
Türsteher den potenziellen Gast nicht mehr abweisen; zumindest kann er die Herkunft nicht als Grund nennen. Vielleicht sagt er als Begründung man habe unpassende Kleider oder Schuhe an. Da andere Gäste mit ähnlichem Outfit aber problemlos hereingelassen werden, besteht die Gefahr für den Türsteher trotzdem als Rassist bezeichnet zu werden. Bestimmt liessen sich Zeugen finden, die bei einer allfälligen Klage des abgewiesenen Gastes zugunsten des Gastes aussagen und bezeugen dass der Türsteher mit rassistischer Motivation gehandelt habe. Damit eine solche Anklage nicht geschieht, wird der Türsteher den (unpassenden) Gast einfach hereinlassen.
Nun kann folgendes geschehen: innerhalb der Location halten sich vorwiegend rassistische Menschen auf welche im besten Fall böse Blicke zuwerfen, herabwürdigende Sprüche bringen oder im schlimmsten Fall Gewalt anwenden gegen den unpassenden Gast. Egal welche Art sie wählen um dem Gast zu signalisieren dass er hier nicht erwünscht ist, er wird bestimmt das letzte Mal an diesem Ort gewesen sein. Freiwillig wird er für den nächsten Besuch einen Ort wählen wo er willkommen ist. Diese gibt’s zweifellos.
Wichtig: aufgrund der Anti-Diskriminierungsgesetze wird der Club-Besitzer sich nicht öffentlich als Rassisten bezeichnen und um genügend Kundschaft zu generieren vielleicht nur Menschen von ganz bestimmter Herkunft diskriminieren. Somit wird es schwierig für die Kunden herauszufinden, welchem Tyoen sie mit ihrem Geld Unterstützung leisten. Sie besuchen den Ort nach wie vor, würden aber sofort damit aufhören wenn sich der Besitzer als Rassist „outen“ würde.

In wie fern hat das Gesetz den „unpassenden Gast“ geschützt?
Gar nicht; er wurde sogar noch einer potentiellen Gefahr, nämlich der Gewaltanwendung gegen ihn, ausgesetzt. Ebenfalls sind die herabwürdigenden Sprüche verletzlich. In der Tat wäre der „unpassenden Gast“ besser geschützt, wenn der Türsteher ihn offen aufgrund seiner Herkunft abgewiesen hätte (weil es ihm kein Gesetz verbietet).

Im Sinne von: Danke für die Info, dass an diesem Ort rassistische Menschen verkehren und ich deshalb diesen Ort nicht besuchen werde.

Die Realität, ökonomische Gesetze und die erwünschte Abwesenheit von Anti-Diskriminierungsgesetzen sorgen nun dafür dass sich „die Diskriminierer selbst aus der Gesellschaft ausschliessen bzw. ausgeschlossen werden. Warum?

Durch die Abwesenheit von Anti-Diskriminierungsgesetzen, würden die Diskriminierer offen sagen, dass Menschen einer entsprechenden Rasse, Religion oder sexueller Ausrichtung nicht erwünscht sind. Folgendes passiert: der grösste Teil der Menschen würde solche Orte meiden. Wer möchte schon an Orten verweilen an welchem sich offenkundig Rassisten aufhalten? Niemand; ausser die Rassisten und dergleichen.
Durch das ökonomische Gesetz bleiben Betreibern von solchen Orten nur 3 Möglichkeiten:

  1. er kann mit den wenigen gleichgesinnten Gästen wirtschaftlich die Unternehmung
    führen und überleben.
  2. er braucht mehr Gäste um zu überleben und muss daher sein Image anpassen indem er sich offenkundig als „Nicht-Rassisten“ erklärt und vielleicht sogar den stammkundigen Gästen d.h. den Rassisten, den Zugang verbietet (sofern diese überhaupt noch Interesse an diesem Ort haben).
  3. er ist gezwungen die Unternehmung zu schliessen z.B. weil er überzeugter Rassist ist und dafür seine wirtschaftliche Tätigkeit aufgibt.

Steuerfinanzierte Schulen vs. Private Schulen
Viele Menschen können sich eine Gesellschaft ohne Staatschulen kaum vorstellen. „Sollte es nur noch private Schule geben, können sich viele Menschen Bildung nicht mehr leisten“, heisst der Haupteinwand gegen die Abschaffung der Staatsschulen. Dieser Einwand ist zu kurzsichtig und basiert auf Gegebenheiten die nur in unserem unfreien Schulsystem zutreffen. Da Bildung stets nachgefragt wird und unerlässlich ist für ein gutes Leben, wird es genügend Menschen geben, die Bildung bezahlen und genügend Menschen die Bildung anbieten.

Da es nun den Rahmen dieses Berichts sprengen würde, möchte ich nicht auf die vielen Argumente eingehen welche für eine Abschaffung der Staatschule sprechen und nur folgendes anmerken:

Wieviele Sprachschulen gibt es auf dem freien Markt?
Unzählige; und diese gibt es in stets hoher Qualität und sind für alle sozialen Schichten erschwinglich.
Die Frage was mit der Vielfalt passiert, wenn nun der Staat eine scheinkostenlose Sprachschule anbieten würden, liegt meines Erachtens auf der Hand. Bilden Sie sich dazu eine eigene Meinung.

Eine Welt mit Schulen welche nach ökonomischen Gesetzen funktionieren
Sind die Schulen abhängig von den Gebühren, die Kunden nur dann weiterhin bezahlen, wenn die Leistung stimmt welche nachgefragt wurde, wären sie den gleichen ökonomischen Gesetzen unterworfen wie ein Club von obigem Beispiel. In der Praxis würde dies bedeuten, dass es Schulen geben kann, in welche nur weisse Kinder gehen, andere in welchem nur schwarze Kinder sind und wieder andere wo die Herkunft egal wäre. Da es ebenfalls keine Anti-Diskriminierungsgesetze geben würde, können Schulen offenkundig kommunizieren dass bei ihnen NUR weisse bzw. schwarze Kinder aufgenommen werden. Dies wiederum bedeutet dass diese Schulen welche aufgrund rassistischen Merkmalen ihre Kunden aussuchen, es sehr schwierig haben werden zu bestehen. Die Kunden zahlen den Preis der Diskriminierung.

Die freie Wahl, direkte Finanzierung und die Vielfältigkeit wird wiederum die Eltern zu mehr Eigenverantwortung bewegen damit eine gute Schulwahl getroffen werden kann. Wird dann z.B. das Kind bewusst auf eine „gemischte“ Schule geschickt, werden die Eltern vorgängig das Kind entsprechend aufklären bezüglich Menschen anderer Herkunft und entsprechendem Aussehen.
Nichts weniger als schlimme Beleidigungen für Kinder anderer Herkunft könnten so nachhaltig der Vergangenheit angehören.
Ein Versuch lohnt sich. Definitiv.

Auch wenn es schwierig ist, in einem Blogeintrag die libertäre Ideen und Lösungsalternativen für konkrete Sachverhalte darzulegen, hoffe ich zumindest Denkanstösse geliefert zu haben. Die ganze Gedankenführung kann natürlich auch auf die Arbeitswelt angewendet werden. Check it!

Versuchen Sie zukünftig lösungsorientierte Argumente darzulegen ohne den Staat in diese einzubeziehen. Der Blick mit einer libertären Sichtweise eröffnet ungeahnte und echte zielführende Alternativen!

Etatismus – Okkupation der Freiheit

Ich möchte einen weiteren grossartigen Freiheitsdenker vorstellen; es handelt sich um Stefan Blankertz; er ist Soziologe, Pädagoge und Schriftsteller.

Im Februar 2013 ist sein neues Buch Pädagogik mit beschränkter Haftung – Kritische Schultheorie erschienen.
Was misst der IQ? Anpassung, Wissen und Erinnerung, Fertigkeiten wie Kopfrechnen, Resistenz gegen Prüfungsdruck, Ratefähigkeit. Der IQ nützt nur Bürokraten, den Schulmönchen, wie Goodman sagte, oder den Konstruktivisten, wie Hayek sie nannte.

paedagogik-mit-beschraenkter-haftungKurzbeschreibung:
Schüler, Eltern, Lehrer klagen über die Schule. Politiker, Öffentlichkeit und Wirtschaft fordern mehr Leistung. Pädagogen wollen Chancengleichheit, Förderung und Integration. Dieses Buch argumentiert, dass der öffentlichen Schule Konstruktionsfehler innewohnen, die sie unreformierbar macht und verhindert, dass die Schule leistet, was sie soll. Es zeigt aber auch, welchen Interessen die derzeitige Schule dient und warum eine Öffnung zu mehr Eigenverantwortung und mehr pädagogischen Experimenten so heftig bekämpft wird.

Der Autor beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit Schulkritik und dieses Buch ist die Quintessenz seiner Forschungen und Überlegungen. Er stellt radikal in Frage, dass Zur-Schule-Gehen für alle Kinder die optimale Form des Lernens und der Vorbereitung aufs Leben ist. Dazu führt er sowohl soziologische als auch genetische Gründe an. Die Fixierung auf Gleichheit, die in Sozialwissenschaften, Pädagogik und Politik vorherrscht, verspielt das Wichtigste: Die individuelle optimale Förderung der Heranwachsenden.

Ein weiteres sehr wichtiges Buch von Herrn Blankertz ist das legendäre Libertäre Manifest.
Das vollständig überarbeitete Werk aus dem Jahre 2001 ist Ende 2012 gestrafft und aktualisiert als Neuauflage erschienen.

das_libertaere_manifestKurzbeschreibung:
Die staatliche Ordnung der menschlichen Gesellschaft ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Der Staat entsteht durch Krieg, Eroberung und Unterdrückung. Er schafft Klassen, in denen sich seine Gewalt und seine Ungerechtigkeit ausdrückt. Dies gilt nicht nur für die Diktatur, sondern auch für die Demokratie. Die Überwindung der staatlichen Ordnung ist die Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Dies ist die vollständige Überarbeitung des legendären „libertären Manifests“ von 2001: Gereift in der Sprache, gestrafft und aktualisiert in der Darstellung, aber ohne Abstriche an Konsequenz und Radikalität des Engagements für Toleranz, Frieden und Freiheit.

Ein Ausschnitt aus dem „Libertären Manifest“ möchte ich nun folgend zitieren; es handelt vom Etatismus und der Okkupation der Verantwortung.

Auszug aus „Das libertäre Manifest“, Auflage von 2001; S. 99 / S.126:

Etatismus: der komplexe Staat

Fragen:
Welche gesellschaftlichen Funktionen hat der Staat okkupiert?
Wie hat er diese Funktionen okkupiert? Welche Folgen hat die Okkupation? Welche Klassenstruktur ergibt sich aus dem komplexen Staat, der viele gesellschaftliche Funktionen okkupiert hat? Welche Wirkungen hat die Okkupation auf Wirtschaft und Gesellschaft?

Thesen:
Die Okkupation gesellschaftlicher Funktionen – Recht, Wirtschaft, Bildung, gegenseitige Hilfe – löst keine sozialen Probleme, sondern verschärft sie. Es entsteht durch die Verteilungskämpfe eine komplexe Klassenstruktur, die verhindern soll, daß den Menschen ihr gemeinsames Interesse an der Freiheit zu Bewußtsein kommt.

Verstaatlichte Verantwortung

Fehlende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist das Kennzeichen unserer Gesellschaft, das von eher konservativen Kulturkritikern am häufigsten beklagt wird. Dabei ist jedoch zu fragen, zu welcher »guten alten Zeit« Konservative in diesem Punkt zurückkehren wollen: Früher durften die meisten Menschen keine Verantwortung übernehmen – und heute? Wollen sie es nicht oder können sie es nach wie vor nicht? Der Ideologie von der gesellschaftlichen Absicherung gegen das Risiko entspricht die Ablehnung von individueller Verantwortung.

Typische Erscheinungsformen:

  • Wenn es ein Unglück gibt (etwa ein Flugzeug stürzt ab oder ein Zug entgleist), bei dem »menschliches Versagen« eine Rolle spielt, ist der erste Ruf immer der nach besseren Regeln, lückenloser technischer Überwachung und mehr Kontrolle.
  • Wenn ein Arzt durch einen Kunstfehler einen Patienten schädigt, werden genauere Vorgaben bei der Behandlung gefordert.
  • Wenn es in der Politik einen Bestechungsskandal gibt, überlegt man, wie man durch neue Gesetze und weitere bürokratische Hürden so etwas für die Zukunft verhindern könnte.
  • Wenn jemand aus unserer Mitte zum Mörder wird, entwickelt man Behandlungspläne, um ihn wieder in die Gesellschaft einzugliedern.
  • Wenn durch unsachgemäßen Gebrauch von irgendetwas ein Schaden entsteht, zwingt man die Hersteller, selbst gegen noch so aberwitzige Eventualitäten Sicherungen einzubauen.

In der etatistischen Gesellschaft ist die Übernahme von Verantwortung im Idealfall unnötig geworden.

Es geht gar nicht um die Frage, ob Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Vielmehr scheint die individuelle Verantwortung ein überflüssiger Anachronismus zu sein. Denn die Verantwortung tragen nicht mehr Menschen, sondern Maschinen, Strukturen und Regeln. Maschinen, Strukturen und Regeln werden unglücklicherweise von fehlbaren Menschen gemacht. Die Menschen, denen die Maschinen, Strukturen und Regeln unterstellt sind, werden mit unglaublicher Verantwortung überfrachtet. Für sie gilt die gesellschaftliche Erlaubnis zu grenzenloser Selbstverwirklichung übrigens nicht.

Machen wir den Vergleich: Ein Arzt behandelt eine begrenzte Zahl von Patienten. Wenn er Fehler macht, so ist das seine Verantwortung. Der Bereich seiner Verantwortung ist sowohl für ihn selbst als auch für seine Patienten sehr gut überschaubar. Dann arbeitet, um individuelle ärztliche Fehler zu minimieren, ein Gremium von Ärzten Vorgaben für die Behandlung irgendeiner Krankheit aus. Sie tun das bestimmt »nach bestem Wissen und Gewissen«, wie man so schön sagt. Nach diesen Vorgaben müssen sich jetzt tausende von Ärzten richten.
Ein Fehler in einer solchen Behandlungsvorgabe richtet nun auch einen tausendmal größeren Schaden an. Für diesen Schaden ist überdies niemand mehr verantwortlich. Der behandelnde Arzt ist nicht verantwortlich, insofern er sich an die Vorgabe gehalten hat (selbst wenn er hätte merken müssen, daß eine Abweichung von der Vorgabe für den Patienten besser gewesen wäre). Die Kommission, die die Vorgabe ausgearbeitet hat, ist keine Person, die Verantwortung haben könnte. Ihre Mitglieder sind inzwischen vielleicht verstorben. Selbst wenn sie noch leben, kann ein Kommissionsmitglied zum Beispiel sagen: »Ich war schon damals anderer Meinung, aber ich wurde überstimmt.« Ein anderes Kommissionsmitglied sagt etwa: »Damals waren unsere Vorgaben in Ordnung. Inzwischen ist die Wissenschaft weiter, ich weiß. Aber es war mir nicht möglich, eine Veränderung der Vorgaben durchzusetzen.«

Ist dieser Prozeß der Okkupation der Verantwortung durch das anonyme Netzwerk staatlicher Institutionen abgeschlossen, wird die Übernahme individueller Verantwortung zum kriminellen Akt gestempelt.

Ein Arzt wird – um beim Beispiel zu bleiben – selbst dann für eine Abweichung von den Behandlungsvorgaben belangt werden können, wenn er dadurch seinen Patienten etwas Gutes tut.