Enteignungen – Kognitive Dissonanz stützt die Staatsgewalt

Bevor ich eine Aktualität, nämlich die offizielle und offensichtlich geforderte Enteignung der Menschen in Zypern durch die Staatsgewalt mit der Theorie der kognitiven Dissonanz analysiere, möchte ich diesen psychologischen Mechanismus zuerst erläutern; Quellen von den folgenden Auszügen sind am Schluss des Artikels aufgeführt.

Die Theorie der kognitiven Dissonanz, 1957 vom bedeutenden Sozialpsychologen Leon Festinger entwickelt, ist ein kommunikationspsychologisches Modell, das der Erklärung menschlichen Verhaltens dient:

  • Die Elimination dissonanter Kognitionen zum Zwecke der Verdrängung widersprüchlicher Informationen.

Die Grundlage der Theorie bildet die Annahme, vereinfacht dargestellt:

  • dass die gleichzeitige Aufnahme von zwei Informationen, Wissenskomponenten und Verhaltensweisen die im Widerspruch zueinander stehen, unangenehme Gefühlszustände im Rezipienten auslöst
  • dass mehrere Kognitionen, die als Gedanken, Einstellungen, Wahrnehmungen und Wünsche definiert werden können, miteinander unvereinbare Implikationen bilden.

Es gibt eine Reihe von psychologischen Mechanismen, die eine bereits entstandene Dissonanz auflösen:

  • Neue konsonante Elemente werden aufgenommen. Es wird nach Hinweisen gesucht, die die überwiegende Einstellung oder das leichter umzusetzende Verhalten stützen.
  • Vermeidung von kognitiver Dissonanz durch Nichtwahrnehmung oder Leugnen von Informationen. Die Wichtigkeit einer Kognition wird umgedeutet, kognitive Elemente werden verändert. Die Informationsquelle, von der die widersprüchliche Information stammt, wird für unglaubwürdig erklärt oder als irrelevant eingestuft.
  • Dissonante Kognitionen werden eliminiert. Kognitive Dissonanzen werden „schöngeredet“, die widersprüchlichen Informationen werden verdrängt oder vergessen.
  • Das Verhalten wird geändert. Die eigene Meinung oder das Verhalten wird geändert. Dies ist leider eine Ausnahme. Eine Verhaltensänderung kann von der betreffenden Person als Inkonsequenz gegenüber früherem Verhalten empfunden werden, was zu einer weiteren Dissonanz führen kann. Natürlich ist dieser Umstand auch von der sozialen Akzeptanz der zu ändernden Verhaltensweise abhängig. Um die soziale Akzeptanz nicht zu gefährden, wird das Verhalten nach außen nicht geändert.

Laut Festinger neigen Personen aber dazu, dissonante Informationen von Anfang an zu vermeiden und suchen aktiv nach konsonanten Informationen, die die eigenen schon bestehenden Meinungen und Einstellungen bestätigen. Die Konsequenz dieses zentralen Aspekts der Theorie ist Medienselektion.

Soviel zur Theorie; nun zu meinem Bericht.

Konsultiert man aktuell die Massenmedien wird man mit folgenden Überschriften und Artikeln konfrontiert:

  • Der Staat greift selbst auf Sparguthaben von Kindern zu
    Nach massiven Protesten gegen die geplante Zwangsabgabe für Bankkunden hat das zypriotische Parlament die Debatte über das Rettungspaket erneut vertagt.
  • Staatlicher Bankraub
    Die Zwangsabgabe ist ein staatlicher Bankraub und eine illegale Enteignung.
  • Warum Sparer für den Euro bluten müssen
    In Zypern zahlen die Sparer für das Unvermögen des Staates.

Die Libertären sind die Einzigen die seit vielen Jahrzehnten auf den Staat als DEN Enteigner hinweisen, seine Funktion als enteignenden „Eigentumsschützer“ offenlegen und konsequent logisch die staatlichen Zwangsabgaben als das bezeichnen was sie sind: Raub.

Der Staat allein hat auf dieser Welt überhaupt die Möglichkeit Zwangsenteigungen legal durchzuführen.
Keine Firma, keine Bank und keine sonstige Organisation kann die Menschen enteignen OHNE vorher dies in einem Vertrag festgehalten zu haben, welche von beiden Parteien freiwillig unterschrieben wurde.

Selbstverständlich ist es traurig und schwierig für Menschen welchen z.B. ein Haus zwangsenteignet wird, weil sie den Krediten nicht mehr nachkommen können. Sogar wenn man all die anderen relevanten Komponenten wie das staatliche Papiergeldmonopol (Annahmezwang), die Inflation und die immensen Interventionen und Gesetze welche eine Marktwirtschaft zugrunde richten, für einmal ignoriert, können wir immer davon ausgehen, dass jene Menschen vorgängig einen Vertrag FREIWILLIG unterschrieben haben für den Immobilienkauf. In diesem Vertrag (wie fast in jeder vertraglichen Bindung) ist bestimmt ein Punkt im Sinne von „Enteignung bei Nichtaufkommen des geschuldeten Betrages“ drin. Als Vertragspartner hat man diesem Punkt freiwillig zugestimmt.

Wenn der Staat als Institution sich ausschliesslich mit  Zwangsabgaben und Umverteilung finanziert, ist der Unterschied zwischen einer Enteigung DIREKT auf dem privaten Bankonto und INDIREKT über Steuern, nur die Art und Weise aber im Endeffekt genau so räuberisch.
Es lässt sich in logischer und moralischer Hinsicht einfach keinen Unterschied finden.
Raub bleibt Raub; egal wie man den Raub begeht.

Und da fängt die kognitive Dissonanz an seine Wirkung zu enfalten.
Wir stellen uns 2 Szenarien vor um den NICHT vorhandenen Unterschied aufzuzeigen:

1. Szenario
Die Regierung beschliesst aus verschiedenen Gründen, die Steuern zu erhöhen.
Die Gründe dafür dienen natürlich der Allgemeinheit. Zumindest wird uns das von den Bürokraten erzählt. Einige werden es für gutheissen, Andere darüber fluchen. Schlussendlich gibt man sich mit dem Scheinargument des Wohles der Allgemeinheit zufrieden, füllt gehorsam seine Steuererklärung aus und bezahlt den Betrag. Und noch länger für die Bürokratie arbeiten.

2. Szenario
Die Regierung beschliesst aus verschiedenen Gründen, die Steuern zu erhöhen.
Die Gründe dafür dienen natürlich der Allgemeinheit. Zumindest wird uns das von den Bürokraten erzählt. Anstatt aber eine Steuererklärung auszufüllen wie gehabt, beschliesst die Regierung diesen  Betrag direkt vom privaten Bankkonto der Bürger abzuziehen.
Aufruhr! Aufruhr! Der Staat enteignet unschuldige Bürger!

Haben Sie den NICHT vorhandenen Unterschied gefunden? Genau! Man kann eine non-existente Differenz nicht finden.

Wenn ich als Bürger zuerst mühsam eine Steuererklärung ausfülle, mein Einkommen und Privatvermögen den Bürokraten offenlege und danach den geschuldeten Betrag von meinem Bankonto abhebe um es dem Staate zu überweisen, bin ich zwangsenteignet worden. Der einzige, minimale und somit irrelevante Unterschied ist, dass ICH das Geld von meinem privaten Konto dem Staat überweise und er es nicht direkt vom Konto nimmt. Punkt.
Bei jedem Etatisten und staatsgläubigen Bürger muss bei diesen 2 Szenarien die der Realität entsprechen, eine kognitive Dissonanz auftreten. Diese wird dann mit den oben erläuterten Mechanismen aufgelöst:

  • Neue konsonante Elemente werden aufgenommen
  • Vermeidung von kognitiver Dissonanz durch Nichtwahrnehmung oder Leugnen von Informationen.
  • Dissonante Kognitionen werden eliminiert.

Leider wird der wichtigste Mechanismus für eine Auflösung der Dissonanz sehr selten gewählt, nämlich:

  •  Das Verhalten wird geändert.
    Die eigene Meinung oder das Verhalten wird geändert.

Jedem Libertären der einem staatsgläubigen Mitmenschen mit stechender Logik und Sachverstand den Staat als Eigentumsräuber (nebst allen anderen Übel der staatlichen Macht) entlarvt, wird anstatt mit Gegenargumenten nur mit Behauptungen und Spekulationen überhäuft.

Ein Eingriff in das Selbsteigentum des Körpers, in etwa dass ich mehrere Monate im Jahr mein Körper einsetze für ein Einkommen, welches ich dann teilweise dem Staat abliefern muss, kann man weder logisch noch moralisch hinargumentieren.

Aber Dank der Mechanismen zur Auflösung der kognitiven Dissonanz, werden Steuern nicht als Raub, sondern als Notwendigkeit verteidigt. Und Wehrpflicht ist keine Entführung, sondern ehrvolles Dienen am Vaterland. Genau; und Krieg ist Frieden.

Fazit:
Einerseits ist es als positiv zu werten, wenn in den Massenmedien durch den Fall in Zypern, der Staat als Räuber und Enteigner angeprangert wird; andererseits reicht leider der mediale Aufschrei nicht aus und die kognitive Dissonanz und deren Auflösung scheinen stärker zu sein, als Logik, Moral und Sachverstand.

Wer die kognitiven Dissonanzen in Bezug auf die verschiedenen Arten (indirekt über Steuern oder direkt vom Bankkonto) des staatlichen Raubes mit Logik und Sachverstand auflösen möchte, dem rate ich Literatur von Libertären wie Murray Rothbard, Hans-Hermann Hoppe und Roland Baader zu lesen.
Ist man desweiteren interessiert an Alternativen zur Staatsgewalt, sind Stichworte wie Privatrechtsgesellschaft und Voluntarismus auf jeden Fall zielführend.

Viel Spass beim lesen und recherchieren.

Folgend noch ein kurzes Video passend zum Thema; mit bestem Dank an freiwilligfrei für die Übersetzung:

Quellen:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kognitive-dissonanz.html
http://blog.plista.com/2010/08/medienwirkungsforschung-die-theorie-der-kognitiven-dissonanz-im-bereich-des-marketings/

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