Dein Körper, dein Eigentum – Fundament einer freien Gesellschaft

„Wenn sich zwei Elefanten streiten, leidet das Gras am meisten darunter.“ – Sprichwort aus Sambia

Sollte das Individuum das Gras sein, sind Regierungen, Parlamente, Politiker, Parteien, Gewerkschaften, Konzerne (staatsprivilegierte Unternehmen), abhängige Medien und alle anderen Zusammenschlüsse von Menschen und Organisationen, welche dem Kollektiv etwas aufzwingen wollen, die Elefanten.

Welche Elefanten miteinander streiten, hängt von den entsprechenden Interessen ab. Das Resultat für die Individuen ist immer negativ und bedeutet weniger Selbstbestimmung und mehr Zwang.
Das Gras leidet eben immer. Geschweige den der Ignoranz der leidenden Grashalme.

Das in der heutigen Zeit fehlende Bewusstsein eines starken Individuums, das „beschämende“ Gefühl des „Ich’s“, die Unkenntnis über die einzelne Handlung als DIE relevante Teilhabe einer Gesellschaft und die Unterordnung einem Kollektiv sind die treibenden Kräfte welche das glasklare Individuum in eine trübe Gesellschaft verwässern.

Mit dem getrübten Individuum wurde die wichtigste und fundamentalste Gegebenheit einer freien Gesellschaft vollständig aus den Augen verloren:

  • das Selbsteigentum; das Eigentum an sich selbst und den Früchten der eigenen Arbeit

Das Axiom der libertären Überzeugung basiert auf dem Selbsteigentum.

Alle Aspekte des Lebens und der Gesellschaft bauen auf diesem Axiom auf. Es ist DAS unumstössliche Fundament welches jede Art von Handlungen tragen muss. Wird von einem Menschen oder einer Menschengruppe nicht auf dem Fundament des Selbsteigentums gehandelt, sind diese Handlungen unmoralisch, illegitim, räuberisch und setzen Herrschaft und Zwang voraus.

Kurz gesagt: handelt ein Mensch oder eine Menschengruppe NICHT nach dem Prinzip des zu achtenden Selbsteigentums eines anderen Menschen, ist die Handlung ein Eingriff in das Selbsteigentum.

Die Gewalt- und Zwangsmaschine der Sklaverei (z.B. der transatlantische Sklavenhandel, jeglicher Sklaverei heute und jede andere Form von Zwangsherrschaft) ist die vollumfängliche Missachtung des Selbsteigentums der einzelnen Menschen.
Kriege sind ein kollektives Abschlachten von Menschen; Kriege sind ein Non-Plus-Ultra eines gravierenden Eingriffes in das Selbsteigentum. Kriege in der heutigen Grössenordnung sind auf 2 anti-libertäre Gründe zurückzuführen:

  1. die Wehrpflicht d.h. die rechtmässige Entführung eines Individuums durch den Staat
  2. Steuern d.h. der rechtmässige Raub des Eigentums eines Individuums durch den Staat

Der entführte Mensch und das geraubte Vermögen sind die Ressourcen eines jeden Krieges.

Die libertäre Überzeugung ist die einzige und neutralste Beurteilung auf die unzähligen Probleme unserer Welt und zugleich die Lösung derselben.

  • die Einzige, weil sie das Axiom des Selbsteigentums konsequent und vor allem kompromisslos als Fundament für jede Art von Handlung und Beurteilung heranzieht.
  • die Neutralste, weil das Axiom des Selbsteigentums keine Partei ergreift und erkennt, dass kollektive „Lösungen“ immer und ausnahmslos einer Minder- oder Mehrheit mit Zwang etwas diktieren. Zwang ist Missachtung des Selbsteigentums; des Eigentums auf den eigenen Körper.

Libertäre lassen sich nicht in das politische Links-/Rechts-Denkmuster einteilen, weil der Ausgangspunkt ihrer Argumentation stets das Axiom des Selbsteigentums ist.

Beispiele:

  • Die Rechten sind grundsätzlich für die Armee und fordern die Wehrpflicht zu erhalten. Die Linken sind wiederum für die Abschaffung der Wehrpflicht.
  • Die Linken fordern ein „Recht“ auf Bildung und somit die Schulpflicht in staatlichen Schulen. Die Rechten fordern die freie Schulwahl.

Um wieder auf das Sprichwort aus Sambia zurückzukommen:
je nach Interesse fordert der rechte Elefant mal Zwang (Wehrpflicht) und mal Selbstbestimmung (freie Schulwahl). Der linke Elefant fordert mal Selbstbestimmung (keine Wehrpflicht) und mal Zwang (staatliche Schulpflicht).

Wie beurteilt der Libertäre?

Die Basis ist und bleibt das Selbsteigentum.
Auf Grundlage dessen ist der Libertäre nicht „gegen Armeen“, sondern gegen die Wehrpflicht. Ebenfalls ist er nicht gegen ein Recht auf Bildung, sondern gegen die Schulpflicht.
Libertäre sind also weder links noch rechts; er ist neutral und beurteilt alles aufgrund des Axioms der Achtung des Selbtseigentums.

Ein weiteres Beispiel: das Erbrecht

Schon in der Schule wird im Fach „Staatskunde“ einem Jugendlichen beigebracht, dass es ein Erbrecht gibt d.h. ein Anspruch auf das Eigentum der Eltern wenn diese sterben.

Diesen non-existenten oder künstlichen Anspruch wird von einem Jugendlichen weder in der Schule noch später im Leben hinterfragt. Man lebt also das ganze Leben mit dieser Anspruchshaltung und wenn die Tage der Eltern gezählt sind, wird der Anspruch vom hintersten Eck des Gehirns wieder ins volle Bewusstsein und die aktiven Handlungen miteinbezogen. Es gilt nun den Anspruch einzufordern.

Gleichzeitig löst das Erben in vielen Familien erhebliche Streitereien und Anfeindungen aus.
Familien die 50 Jahre friedlich funktioniert haben, werden beim Erben teilweise oder sogar ganz zerstört.

Staatsgläubige Menschen anerkennen zwar diese Tatsache der häufigen Streitereien, aber sind gleichzeitig überzeugt, dass der Staat mit dem Erbrecht eine bestmögliche Lösung erarbeitet hat und „anbietet“.

Damit den Streitereien besser entgegengewirkt werden kann, werden die Politiker aller Parteien ihre besten „Lösungen“ d.h. ihre Gesetze erarbeiten und mit allen Mitteln versuchen diese Gesetze erlassen zu können. Doch die echte Lösung rückt, egal ob linke oder rechte Gesetze sich durchsetzen, in weite Ferne.

Wie beurteilt der Libertäre?

Und wieder: die Basis ist und bleibt das Selbsteigentum.
Auf der Grundlage dessen, ist der Libertäre einzig für die Abschaffung jeglichen zwangbasierten Erbrechts bzw. Erbanspruchs.

Denn es gibt keinen Anspruch auf das Eigentum eines anderen Menschen. Punkt. Der Eigentümer des Eigentums hat vollumfänglich die Verfügung darüber und kann es so verteilen wie es im lieb ist.
Es heisst nicht, dass die libertäre Lösung keine Streitereien mehr verursachen wird, aber es wird dem Axiom des Selbsteigentums gerecht.

Menschen die in einer Welt aufwachsen, in welchem es keinen Anspruch auf ein Eigentum eines anderen gibt, werden auch lernen, dass niemand Anspruch auf ihr Eigentum hat.
Somit verfällt der Anspruch auf ein allfälliges Erbvermögen und der Eigentümer des Vermögens muss selber entscheiden wie er seine Familienmitglieder beglückt. Ob diese mit der Verteilung zufrieden sind bzw. ob die Familie überhaupt etwas erhält, ist nicht Sache des Staates, sondern des Eigentümers.

Einzig eine Gesellschaftsidee die auf dem Axiom des Selbsteigentums beruht und ausnahmslos konsequent darauf argumentiert und aufbaut, wird der Selbstbestimmung und somit der Freiheit der Menschen gerecht.

Sehr empfehlenswerte Bücher:
Murray N. Rothbard – Für eine neue Freiheit Band 1 und Band 2

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3 Kommentare

  1. harry

    Hallo,
    Sehr schön auf den Punkt gebracht!!
    Mehr ist als Grundlage über die Philosophie des (echten) Libertarismus nicht zu sagen! Alles andere leitet sich davon ab!
    Wir haben bald mehr Netto-empfänger von staatlichen Leistungen (also Umverteilungen von Eigentum) als Eigentum-„ersteller“- so dass es kaum noch möglich ist einem Netto-empfänger dieses Axiom als unabdingbar zu erläutern. Der würde Ihnen entgegnen, dass er „Selbsteigentum“ noch nachvollziehen kann. Der Gleiche, der kein „sonstiges“, d.h.selbsterschaffenes Eigentum hat kann mit uneingeschränktem Eigentumsrecht auf die Früchte seiner Arbeit kaum noch was anfangen und wird Ihnen daher immer „soziale Gerechtigkeit“ (oder was auch immer) für nichtssagende Floskeln als Rechtfertigung für Umverteilung vorhalten.

    Leider ist es so, ich wünschte es wäre anders. Um so mehr muss dieses Axiom verteidigt werden!

    • Kibaybay

      Danke für den Kommentar!

      Das Axiom des Selbsteigentums ist universell gültig.
      Jeder Kollektivist, Sozialist, Politiker, Staatsgläubige und Demokratieverfechter würde dem Eigentum an seinem Körper zu 100% zustimmen und es als „selbstverständlich“ erachten. In Gesprächen und Diskussionen ist es eine perfekte Grundlage um staatsgläubigen Menschen die libertäre Überzeugung näher zu bringen. Für jede gesellschaftliche oder politische Diskussion sollte zuerst der Standpunkt zum Axiom des Selbsteigentums geklärt werden. Ist jeder mit dem „Eigentum an sich selbst“ einverstanden, können die Argumente und Lösungsansätze darauf aufgebaut werden. Ziemlich schnell merken dann die staatsgläubigen Menschen, dass ihnen immer das anerkannte Axiom des Selbsteigentums in die Quere kommt.

  2. Harry

    Hallo nochmal,
    Ja, ich habe das auch so gelernt, dass es in Diskussionen die geeignetste Methode ist um die Leute auf den WAHREN Liberalismus aufmerksam zu machen. Dafür ist die Axiomzusammenfassung nochmal für mich eine gelungene weitere Basis.
    Mir ist es aber wie gesagt schon untergekommen, dass selbst das „Selbsteigentum“ eben nicht als 100% universell angesehen wird, sondern nur als von Menschen gesetztes Recht…das ist aber nur ein Promilleanteil der Mensche, die das so sehen:-)
    Aber der durchaus Größere Anteil der Diskussionsgegner, v.a. der vermeintlich „Intelektuelle“-Anteil widerspricht zum Teil vehement dem Teil des Axioms, der sich auf die „Früchte der eigenen Arbeit“ bezieht! Hier kommt immer wieder der gleiche Quatsch vom „Egoismus“ und „Soziale Gerechtigkeit“, etc…Hier bricht komischerweise bei Staatgläubigen Menschen immer wieder der „Raub- und Diebstahlinstinkt“ durch, natürlich im Gewand des Robin Hood..,-)

    Trotzdem ein sehr gelungener Artikel von Ihnen! Danke!

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