PRO BGE – Disqualifikation der Vernunft

Mit dem Befürworten des BGE’s, also dem „Bedingungslosen Grundeinkommen“ wird nicht nur die eigene Vernunft disqualifiziert, sondern es zeigt auch die gravierende Inkompetenz der Befürworter was Praxeologie und Ökonomie betrifft.

Wie heisst es so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Sofern ein einzelner Mensch aus Gründen der Unwissenheit falsche Handlungen vornimmt und dann mit den möglichen schädlichen Konsequenzen leben muss, ist es sein Problem.

In einer direkten Demokratie wird die Unwissenheit der Bürger über Abstimmungen und Gesetze vergesellschaftet.
Im Falle einer Volksabstimmung und einer möglichen Annahme des BGE’s werden nicht nur die Befürworter mit den Konsequenzen bestraft sondern auch all jene Bürger die aus wichtigen Gründen ein BGE ablehnen.

Die Ablehnung des BGE’s hat nichts mit einer eigenen Meinung zu tun.
Es sind die Naturgesetze der Praxeologie die sich u.a. im Markt manifestieren, dass einem in dieser Hinsicht kompetenten und vernünftigen Menschen nur die Ablehnung des BGE’s übrigbleibt.
Wie alle staatlichen Interventionen in die Ökonomie, ist das BGE ein weiterer gravierender Eingriff in die Natur des Marktes.

Ja, es gibt die Natur des Marktes.

Roland Baader der einen ausgezeichneter Vertreter der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ war, hat es folgendermassen beschrieben:

  • Marktwirtschaft oder Kapitalismus funktionieren auch dann, wenn die Beteiligten ihr Wesen und ihre inneren und verborgenen Mechanismen nicht verstehen. Zum Glück ist das so, denn da es nur wenige Personen gibt, die fundierte Kenntnisse über die komplexe Natur und die spontanen Kräfte des Marktes ihr Eigen nennen, könnte Marktwirtschaft sonst nicht stattfinden. Wenn der Markt nur funktionieren würde, wenn die Beteiligten seine komplexen Regelmechanismen kennen und verstehen, könnte es ihn nicht geben. Es würde dann nur ein winziger Bruchteil der heutigen Menschenzahl leben – und diese wenigen würden buchstäblich noch auf den Bäumen hausen…

weiter sagt er dass:

  • …dieser eigentlich glückliche Umstand jedoch einen großen, verhängnisvollen Nachteil hat: Die Tatsache nämlich, dass kaum jemand erkennen, ermessen und beurteilen kann, welche immensen Schäden verursacht und welche Gefahren heraufbeschworen werden, wenn die Politik am unsichtbaren und unüberschaubar komplexen Uhrwerk der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung herumschraubt.

und:

  • …ein Resultat davon ist das geradezu perverse Faktum, dass es in Deutschland (und der Schweiz A.d.A.) zwar kaum einen Ökonomen gibt, der nicht mit großer Hochachtung von Friedrich A. von Hayek (und Ludwig von Mises A.d.A) als die bedeutendsten Nationalökonomen und Sozialphilosophen sowie herausragende Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie reden würde, dass es aber zugleich in ganz Deutschland (und der Schweiz) nicht einen einzigen Lehrstuhl für Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften gibt, der von einem Vertreter dieser (österreichischen) Schule der Nationalökonomie besetzt wäre. Das ist in etwa so, wie wenn es im Lande keinen einzigen Physikwissenschaftler geben würde, der etwas von Einsteins Relativitätstheorie versteht (geschweige den je davon gehört hat A.d.A.).

Die Argumente des Initiativekomitees welche auf der eigenen Website aufgeführt sind, zeugen von einem illusionären Wunschdenken.
Im Endeffekt wird (wie immer beim Ruf nach dem Staat) einen Umbau der Gesellschaft und weitere Eingriffe in das Eigentum der Bürger per Gesetz verlangt.

Um das, wie Roland Baader sagt „komplexe Uhrwerk der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung“ zumindest besser zu verstehen, reichen Blogeinträge nicht aus.

Nur durch eigene Recherche und lesen der richtigen Bücher lässt sich annähernd das Uhrwerk besser beleuchten.

Ein sehr informativen, dafür eher längeren Text zum BGE aus libertärer Sichtweise ist auf folgendem Link zu finden: http://www.freiwilligfrei.info/archives/3458

Die Argumente der BGE-Befürworter

Ich möchte die Punkte des Initiativekomitees aufzählen und kommentieren:
Die Auszüge stammen von: http://bedingungslos.ch/index.php?id=73

  • Die Schweizer Wirtschaft ist eine Erfolgsgeschichte, die den Menschen in diesem Land Wohlstand gebracht hat. Dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Immer mehr Menschen stehen am Arbeitsplatz unter Druck, Entlassungen führen zu Existenzängsten.

Die hier genannte Kehrseite ist eigentlich keine Kehrseite.
Tiefe Arbeitslosenzahlen sind in engem Zusammenhang mit einer freien bzw. unbehinderten Marktwirtschaft (d.h. die Abwesenheit von Staatsinterventionen). Die Schweiz hat (noch) eine recht unbehinderte Marktwirtschaft, mit sehr hohem Wohlstand aber sehr tiefen Arbeitslosenzahlen.

Die Schweiz beweist die Tatsache, welche die „österreichische Schule“, insbesondere Ludwig von Mises schon vor Jahrzehnten festgestellt hat:
Bei freien Marktwirtschaften pendelt die Arbeitslosigkeit zwischen 2% und 3% ein; nur Staatsinterventionen verursachen höhere Arbeitslosigkeit. Die künftig möglichen Eingriffe durch das BGE (u.a auch der Mindestlohn) sind solche Eingriffe und werden dementsprechend mehr Arbeitslosigkeit nach sich ziehen.

  • Es ist Zeit, unsere Gesellschaft klüger zu organisieren: Es geht darum, die enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Schweiz in Lebensqualität für die Menschen zu verwandeln.

Dies ist Etatismus in seiner reinsten Form.
Nämlich dem Staat eine viel zu grosse Bedeutung im wirtschaftlichen und sozialen Leben einräumen und die Zuständigkeit des Staates zu Lasten der Rechte, der Kompetenzen und der Selbständigkeit der einzelnen Menschen ausweiten.
Ebenfalls ist hier von einer Transformation die Rede welchen zumindest einen gut gemeinten aber dennoch substanzlosen Zustand verlangt. Es ist die künstliche Transformation zur Trennung der natürlichen Einheit, nämlich Wohlstand und Wirtschaft.
Die Aussage disqualifiziert nebst der Vernunft auch das vermeintliche Verständnis der Ökonomie. Schon seit jeher wird von den Sozialisten und anderen Kollektivisten Wohlstand verlangt aber zugleich die Wirtschaft verdammt. Es scheint als wäre diesen Menschen nicht einmal den einfachsten Zusammenhang des Sozialstaates und der Produktivität bekannt. Der Staat produziert nichts; er kann nur umverteilen.
Jedes Vermögen welches der Staat umverteilt, muss zuerst durch die Menschen erarbeitet und dann vom Staat per Gesetz abgenommen werden.

Einzig und allein die wirtschaftlichen Anstrengungen jedes einzelnen Menschen sind verantwortlich für den Wohlstand. Wohlstand bedingt Wirtschaft. Wenn die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Lebensqualität verwandelt, also transformiert, werden, fällt der wirtschaftliche Aspekt weg. Und damit Wohlstand.

  • Beim Wort «Arbeit» denken viele nur an Erwerbsarbeit. Für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist aber auch viel andere Arbeit erforderlich, wie zum Beispiel die unbezahlte Haus- und Familienarbeit, welche häufig von Frauen gemacht wird.

Arbeit ist Lohnarbeit.
Die Löhne entstehen im Markt durch Markt. Es ist verwunderlich, dass genau von den vermeintlich Sozialen, Linken und anderen Kollektivisten die Haus- und Familienarbeit als Begründung aufgezählt wird. Es ist eine völlige Degradierung und ein planwirtschaftlicher Wahnsinn wenn man, im Besonderen die Familienarbeit auf Lohnarbeit reduziert.
Immer mehr Gesetze und Vollmachten sind heute bereits vorhanden, damit die Beamten in die Familien hineingreifen und diese bevormunden können.
Es ist eine verachtende Haltung und ein weiterer Abgesang auf die Eigenverantwortlichkeit der mündigen Bürger. Respektiert die Frauen und Männer welche freiwillig eine Familie gründen und die Haus- und Familienarbeit selbständig organisieren!
Nicht Gesetze und Eigentumsraub erzeugen kompetente Familien und Kinder; es ist die Eigenverantwortlichkeit von Eltern, welche eigenverantwortliche Kinder schafft!

  • Viele Menschen sind heute ohne Entlöhnung freiwillig tätig.

Ist es die Pflicht anderer Menschen, diejenigen Menschen zu bezahlen welche auf irgendeine Art freiwillig tätig sind? Ich möchte Bilder malen und Musik machen. Und weil ich das freiwillig mache, niemand meine Bilder und Musik kaufen möchte, rufe ich nun ein Gesetz in Kraft, damit der Staat das Geld der hartarbeitenden Menschen stehlen kann und mir abgibt. Danke Staat!

  • Das Grundeinkommen schafft Freiräume für Menschen: für mehr Bildung, für mehr Zeit bei der Familienarbeit, für sinnvollere Arbeit.

Wer definiert „sinnvollere Arbeit“? Was ist Bildung? Wie viel Zeit ist „mehr Zeit“ bei der Familienarbeit?
Es ist alles eine enorme „Anmassung von Wissen“.

  • Das Grundeinkommen ist ein Mechanismus, der die Einkommen in der Höhe von 2500 Franken bedingungslos macht. Um diesen untersten Sockel der Einkommen bedingungslos zu machen, braucht es einen Finanzmechanismus. Das wäre zum Beispiel über eine Konsumsteuer denkbar.

Wie wäre die Idee, dass die Steuerbelastung weg fällt, den Menschen somit mehr vom Einkommen übrigbleibt und diese selber entscheiden welche Bedürfnisse und Kapitalansammlungen (z.B. zur Vorsorge) mit dem Einkommen befriedigt und getätigt werden?

Vergleich: in Deutschland wird dem Erwerbstätigen bis zu 70% des Einkommens geraubt. In der Schweiz sind es ca. 30%. Jede weitere Staatsintervention verursacht mehr Steuern.

  • Die Schweiz hat gute Erfahrungen mit der AHV gemacht. Daran knüpft das bedingungslose Grundeinkommen an.

Dass bei der AHV salopp gesagt die demographischen Entwicklungen „vergessen“ gegangen sind und sie die Bedürfnisse der Menschen nicht mehr befriedigen kann, ist ein weiteres Argument dafür, dass fehlende Eigenverantwortung der Menschen und die Besteuerung mitschuldig sind an der Misere.

  • Jeder Mensch soll die Möglichkeiten haben, über sein Leben zu bestimmen. Das entspricht dem Urdrang der Eidgenossen nach Unabhängigkeit. Die Menschen gewähren sich gegenseitig das Grundeinkommen und übergeben sich damit Freiheit und Verantwortung.

Wie kann ich über mein Leben bestimmen, wenn ich nicht mal bestimmen kann, wem und warum ich mein Geld freiwillig abgebe? Zwang und Selbstbestimmung widerspricht sich ungemein.
Ist Abhängigkeit vom Staat der Urdrang der Eidgenossen nach Unabhängigkeit?
Freiheit und Verantwortung ist das Gegenteil von staatlichem Zwang.

Und zum Schluss meint das Komitee:

  • Denn Freiheit ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit.

Denn Wohlstand ist kein Zustand, sondern erarbeitet.

Macht euer BGE; aber zwingt niemanden dazu!

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