Das Individuum formt die Gesellschaft

Markt ist Tausch; Tausch bedeutet immer für beide Parteien eine Verbesserung der jeweiligen Umstände.
Würde eine Partei nach dem Tausch benachteiligt sein, würde sie nicht tauschen.
Der Grund für den Tausch hängt vom Nutzen ab, den die tauschende Partei erhält.
Die Wertung des zu tauschenden Mittels ist absolut individuell.

Ludwig von Mises erklärt in seinem Werk „Nationalökonomie“ im Kapitel Praxeologie die individuell vorgenommene Wertung der Güter folgendermassen:

Wer über hundert Bretter verfügt, kann eine Hütte errichten, die ihn vor den Unbilden der Witterung besser schützt als ein Regenmantel.
Als Besitzer von 98 Brettern wäre er bereit, für die Erwerbung von 2 weiteren Brettern einen Regenmantel zu opfern; als Besitzer von nur 3 Brettern würde er den Regenmantel auch für 90 Bretter nicht hergeben.

Es mag jemand, dessen Ersparnisse 1000 Dollar betragen, nicht bereit sein, eine Mehrarbeit für ein Entgelt von 200 Dollar zu übernehmen; würde er 2000 Dollar besitzen und den dringenden Wunsch haben, ein unteilbares Gut, das 2100 Dollar kostet, zu erwerben, dann würde er selbst für 100 Dollar den in Betracht kommenden Dienst zu leisten bereit sein.

Diese Beispiele verdeutlichen vor allem eine Sache:
Niemand ist in der Lage nur annähernd Prognosen oder Verallgemeinerungen bezüglich dem alltäglichen Handeln der Menschen zu machen.
Eine „Anmassung von Wissen“ hat es Friedrich August von Hayek genannt.

Kein Computer und auch keine selbsternannten Wirtschaftsexperten können wissen, prognostizieren oder auch nur erahnen, warum ein Regenmantel in einem Fall für 3 Bretter geopfert wird; in einem anderen Fall aber der Regenmantel nicht mal für 90 Bretter hingegeben wird.

Jede menschliche Handlung ist individuell; der handelnde Mensch ist als solches Teil einer kooperativen Gesellschaft. Der Handelnde, also das Individuum formt eine Menschenmasse zu einer Gesellschaft.
Es ist zweifellos eine Anmassung von Wissen wenn man versucht die Bedürfnisse einer Gesellschaft zu kennen.
Im Hinblick auf die Gegebenheit, dass das Handeln immer individuell ist und man logisch argumentieren möchte, ist es ehrlicher wenn man sagt: man kennt die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen.

Dies ist aber eine so offensichtliche „Anmassung von Wissen“, dass jeder Bürger zu Recht eine solche Aussage als überheblich und verrückt bezeichnen wird; eben eine Anmassung von Wissen.

Es handelt nicht die Gesellschaft sondern das Individuum.
Das Individuum handelt nach den Naturgesetzen der Praxeologie.

Wie kann man glauben, dass eine Regierung welche aus wenigen Leuten besteht, die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen kennt?

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